Wenn man zum ersten Mal in einen Morgan steigt, merkt man sofort: Das ist kein Porsche. Das ist wie Hugo Boss gegen Savile Row. Eine Werksführung überzeugte mich, dass mich das maßgeschneiderte Morgan‑Erlebnis gepackt hat. Ein anschließender Besuch im Porsche‑Werksmuseum bestätigte mir, dass ich keine Konfektionsware will!
Der Plus Six sieht aus wie ein traditioneller Morgan, wenn auch deutlich breiter. Morgan ist großartig gelungen, ein sehr schnelles, sparsames und klassisch gestyltes Sportwagen zu bauen – mit einer Jekyll‑und‑Hyde‑Persönlichkeit. Das Auto ist eine wahre Rakete: 0–60 mph in unter 4 Sekunden und reichlich Drehmoment. Der Verbrauch ist erstaunlich niedrig, im Schnitt 37–40 mpg. Das Handling ist sehr gut, wenn auch die Lenkung nicht ganz so direkt wie bei meinem Fiat 124 Spider. Ich habe darauf geachtet, dass mein Plus Six ein Modelljahr 2024 mit Traktionskontrolle ist. Ein älteres Auto ohne dieses Feature zu fahren ist nichts für schwache Nerven, denn die gewaltige Motorleistung kann die Avon‑Reifen leicht überfordern – diese Wagen haben den Ruf, schwer wieder einzufangen zu sein, wenn sie ausbrechen.
Die beheizten Comfort‑Plus‑Sitze sind phänomenal und halten, was der Name verspricht. Das Verdeck fühlt sich aber immer noch ein bisschen wie ein Silver‑Cross‑Kinderwagen an und kommt nicht an die gefütterten oder superschnellen Lösungen des Fiat 124 bzw. Mazda MX‑5 heran. Bei Tempo ist das Auto mit offenem Verdeck leiser. Aber denken Sie daran: Das Verdeck könnte reißen, wenn man dem 166‑mph‑Höchsttempo auch nur nahekommt.
Aber das weiß man, wenn man sich für einen Morgan interessiert. Er ist das ultimative Fahrzeug für Festtage und Urlaubsfahrten.
Das Morgan‑Erlebnis ist etwas Besonderes, angefangen bei den Händlern – in meinem Fall Brands Hatch Morgan und Williams Automobiles – bis hin zur ständigen Aufmerksamkeit durch Passanten und der Kameradschaft unter den Morganistas.
Der Plus Six ist eine wohlüberlegte Wahl – und unglaublich lohnend.